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Sommer in Nordhessen – Viele feine Festivals und Feste

16 Jul

In Grimms Heimat Nordhessen ist allerhand los im Sommer.

Von kleinen feinen Festen bis zu riesengroßen Festivals wird in der Region zwischen Kassel und Marburg im Juli alles geboten, was der Kulturfreund sich wünscht.
Von Rock und Pop über Hip und Hop bis Hippie und Folk ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Burg Herzberg, Burgberg Homberg, Totenkirche Treysa, Schlosspark und Schlossgarten Loshausen. Das sind die Locations, die bis Ende Juli Besucher anlocken und hier im Einzelnen etwas näher gebracht werden.

Eine Prise Metatext und Humor zwischen den Zeilen soll vom Empfehlungscharakter bezüglich der Events durchaus nicht ablenken, sondern diesen ergänzen 😉

Burg Herzberg Festival

(vom 15. bis 18. Juli)

Aus aktuellen Anlässen bitte Homepagehinweise für alle Anreisenden beachten (Baustelle, Schwarzmarkt etc) z.B:

Gut finde ich, dass auf Grund der Hitze extra darauf hingewiesen wird, dass das Mitbringen von Wasser auf dem Festivalgelände NICHT beschränkt ist.

Weniger gut liegt, wer glaubt, aus zweiter Hand an günstige Tickets zu kommen:
Tickets mit den Nummern 6310 – 6400 sind gestohlen und haben keine Gültigkeit ^^ #Herzberg #Festival #Schwarzmarkt

Das Herzberg-Openair ist das älteste und größte Hippie-Festival Deutschlands.
Seit 1968 findet es statt!!

Obwohl es etwas versteckt in der kleinen Gemeinde Breitenbach gelegen ist (zu erreichen über die Autobahn über Alsfeld) und für das Herzberg-Festival kaum Werbung gemacht werden muss, finden jährlich ca. 50000 Hippies, und solche, die es mal für ein Wochenende sein wollen, nach Nordhessen.
In dieses Jahr unter anderem auf dem Programm:

Samstag (Ticket ab Sa: 55€)
Roger Chapman and the Shortlist, 18.00 Uhr
Jeff Beck, 20.15 Uhr
New Model Army, 22.30 Uhr
Orange, 00.45 Uhr

Sonntag (Ticket So: 25€)
Amsterdam Klezmer Band, 12.00 Uhr
The Great Bertholinis, 14.15 Uhr
Hazmat Modine, 16.30 Uhr
Asaf Avidan & the Mojos, 18.45 Uhr
LaBrassBanda, 21.00 Uhr

Burgbergfestival in Homberg (Efze)

(vom 16. bis 17. Juli)

Zur gleichen Zeit wie das Herzberg Festival, nicht ganz so groß, aber eine feste Größe in der Region.
Das Burgbergfestival hat auch eine lange Geschichte vorzuweisen. Trotz riesigem Wetterpech in den vergangenen Jahren lassen sich die Burgberger Festivalmacher nicht unterkriegen und bringen dieses Jahr wieder ein ansehliches und hörenswertes Programm zustande.

Am Folk-Freitag bei der Irish Night dieses Jahr mit The Mahones und Celtic Voyager.
Auf dem Samstagsprogramm stehen zum Beispiel Eisblume, Jupiter Jones, Fura Soul sowie die „Regiohelden“ Elektroboys

Info Burgberg-Festival

16. Weindorf an der Totenkirche (Schwalmstadt-Treysa)

(vom 15. bis 18. Juli)

Das Schwälmer Bürgertum, welches sich an jenem Event überfüllten Wochenende Mitte Juli nicht auf eines der Festivals begibt, findet sich an der Totenkirche ein. Klingt grausam, ist aber eine wunderschöne Ruine in Schwalmstadt-Treysa und ein idealer Veranstaltungsort.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung und durfte dort beispielsweise einmal Lorenz Mairhofers Ethnomass for Peace als Chorprojekt durchführen. Aber dies nur am Rande mittendrin.

Beim Weindorf an der Totenkirche arbeitet man davon ab dem Vorurteil entgegen, die Nordhessen seien ausgewiesener Maßen Biersäufer. In herrlichem Ambiente hält man mit frischem Wein und buntem Kulturprogram dagegen

Info Weindorf

Worldmusicfestival Loshausen

(vom 23. bis 25. Juli)

Ticket: 15 €

Am Herzberg-Folgewochenende folgt der wahre Hippie-Tribe von Herzberg kommend den Rauchzeichen und Trommelrufen aus dem Schlosspark Loshausen. Dann nimt die Einwohnerzahl meines Heimatdorfes im Laufe einer Woche um das Doppelte bis Dreifache zu und auf den Campingwiesen bilden sich Wagenburgen und ein sonst unbewohntes Dorfrandgebiet mit 2000 bunten Bewohnern.

Ethno, Worldmusic, Freakbeatz und bereits im 9ten Jahr Kultstatus – aber das muss man erleben, kann man nicht lesen. Auf jeden Fall in jeglicher Hinsicht ein erlesenes Event.

Warum ist es mit 15 € so günstig? Weil ein super engagierter gemeinnütziger Verein dahinter steckt, mit immensem Engagement jedes Jahr den Schlosspark in einen Freaktraumort zu verwandeln. Kulturverein Klangfreunde e.V. heißt die Gemeinschaft („sound friends oder sounds friend“ – ich weiß es im Moment nicht so genau, ist im übrigen ein äußerst passendes geflügeltes Wort aus dem Englischen)

Info Worldmusicfestival

5.Kleiner Kultursomer im Schloss Loshausen

(vom 29. bis 31. Juli)

Wer Ende Juli noch nicht genug von Kultur hat, kommt schließlich noch zu einem der Konzerte beim Kleinen Kultursommer.
Da am Ende des Monats weder Hippies noch andere Nordhessen Penunze im Portemonnaie haben, hat sich der Förderverein Schlosskultur Loshausen e.V. entschieden, die Veranstaltungen nach dem Prinzip umsonst und draußen zu konzipieren, was für reges Interesse sorgen soll und unter anderem durch die fleißige ehrenamtliche Arbeit des Vereins sowie freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung Hessen/Thüringen realisiert werden kann.

Einige der Hippies werden das Angebot sicherlich dankend annehmen, ihr Loshausen-Asyl noch bis zum Donnerstag nach dem Worldmusicfestival aus zu dehnen, um dann die Kleingeldprinzessin und den Stadtpiraten im Schlossgarten zu hören.  Dazu müssen sie vom Schlosspark lediglich einmal quer durch die Schwalm schwimmen und bei uns im Garten wieder rausklettern. Dota Kehr und ihre Stadtpiraten sind im übrigen ein Lieblings-Programmwunsch der Veranstalter seit einigen Jahren und konnten in diesem Jahr erstmals verpflichtet werden. Wir sind gespannt und voll der Vorfreude.

Am Freitag gibt es modernstes Programm, nämlich  Jazz und Elektronische Musik. Damit dürfen wohl die letzten Langhaarigen aus dem Dorfe verscheucht und ein bürgerlich gediegener Zustand wieder etabliert werden.

Mit Ejazzolation und Wolfram Der Spyra wird, wie insgesamt beim Non-Mainstream-Ansatz des Kleinen Kultursommers eine recht spezifische Zielgruppe angesprochen, aber die Hoffnung besteht auch, dass dadurch ausgezeichnete Programmpunkte einer breiteren Hörerschaft angeboten und zugetragen werden.
Der Besuch von Wolfram Der Spyra stellt in diesem Zusammenhang beispielsweise auch ein Homecoming dar, denn er stammt aus Ascherode, einem der 23 Schwälmer Dörfer. Mittlerweile globetrotted er zwischen Amerika, England, dem Balkan und der Ukraine umher, weshalb es für die in der Heimat gebliebenen Fans eine seltene Chance und Gelegenheit ist, ihren Sprößling einmal selbst oder einmal wieder erleben zu dürfen.

Märchen für die ganze Familie am Nachmittag bietet das Figurentheater Laku Paka mit den Brehmer Stadtmusikanten am Samstagnachmittag, daneben präsentieren sich die Piraten der Kinderferienspiele mit Bühnenprogramm und Seeschlacht.

Am Samstagabend klingt der Kultursommer aus mit angenehmem Acoustic-Rock und der Band Blue Bazar aus Südhessen.

Über das weitere Kultursommerprogramm berichteten wir bereits ausführlich.

hier hier und hier

Bleibt abschließend nur zu sagen:

Man sieht sich dieser Tage im Rotkäppchenland Schwalm-Knüll, der Grimmheimat Nordhessen

Denn der Sommer wird wie jedes Jahr – kulturell vielfältig und märchenhaft.

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